Mit seiner gewaltigen barocken Fassade, den weitläufigen Gartenanlagen und den repräsentativen Sälen zählt das Neue Schloss Schleißheim zu den bedeutendsten Schlossbauten Bayerns. Nördlich von München gelegen, bildet es gemeinsam mit dem Alten Schloss und Schloss Lustheim eines der eindrucksvollsten barocken Ensembles Europas und verkörpert den Machtanspruch der Wittelsbacher in einer Zeit höfischer Prachtentfaltung.
HISTORIE Die Geschichte des Neuen Schlosses Schleißheim beginnt im frühen 18. Jahrhundert unter Kurfürst Max Emanuel von Bayern. Nach seinen militärischen Erfolgen und den Eindrücken am Hof Ludwigs XIV. in Versailles plante der Wittelsbacher Herrscher eine Residenz, die den großen europäischen Fürstenhöfen ebenbürtig sein sollte.
Ab 1701 entstand nach Plänen des Architekten Enrico Zuccalli zunächst der monumentale Mittelbau. Später führte Joseph Effner die Arbeiten weiter und prägte das Erscheinungsbild entscheidend.
Das Neue Schloss war als Mittelpunkt einer riesigen barocken Gesamtanlage gedacht. Geplant waren weit größere Dimensionen, die jedoch aufgrund politischer und finanzieller Schwierigkeiten nie vollständig verwirklicht wurden.
Der Spanische Erbfolgekrieg brachte das ambitionierte Bauprojekt zeitweise fast zum Erliegen. Nach der Rückkehr Max Emanuels aus dem Exil wurden die Arbeiten zwar fortgesetzt, doch viele der ursprünglichen Pläne blieben unvollendet.
Trotzdem entwickelte sich Schleißheim zu einer der prachtvollsten Residenzen des süddeutschen Barock. Besonders im 18. Jahrhundert fanden hier höfische Feste, Empfänge und Jagdgesellschaften statt.
Im 19. Jahrhundert verlor das Schloss zunehmend seine politische Bedeutung, blieb jedoch ein wichtiger Besitz der Wittelsbacher.
Während des Zweiten Weltkriegs erlitt das Neue Schloss erhebliche Schäden. Zahlreiche Räume und Teile der Ausstattung wurden zerstört oder beschädigt.
In den Jahrzehnten nach dem Krieg erfolgten umfangreiche Restaurierungen, durch die die barocke Pracht der Anlage weitgehend wiederhergestellt werden konnte.
Heute zählt das Neue Schloss Schleißheim zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Bayerns und beherbergt unter anderem Teile der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen.
ARCHITEKTUR Das Neue Schloss Schleißheim gilt als Hauptwerk des süddeutschen Hochbarock.
Besonders beeindruckend wirkt die nahezu 300 Meter lange Hauptfassade, die den monumentalen Anspruch der Anlage eindrucksvoll unterstreicht.
Im Inneren entstanden prachtvolle Festsäle, Galerien und Appartements mit aufwendigen Fresken, Stuckarbeiten und kostbaren Ausstattungen.
Zu den bedeutendsten Räumen zählt der Große Barocksaal mit seinem monumentalen Deckenfresko, das den Ruhm und die Macht des Kurfürsten verherrlicht.
Ebenso eindrucksvoll sind die weitläufigen Gartenanlagen. Nach französischem Vorbild entstanden streng geometrische Achsen, Wasserkanäle, Kaskaden und Sichtlinien, die Schloss und Landschaft zu einem barocken Gesamtkunstwerk verbinden.
Gerade die Verbindung aus monumentaler Architektur und großzügiger Gartenkunst macht Schleißheim zu einer der eindrucksvollsten Schlossanlagen Deutschlands.
WISSENSWERTES / ANEKDOTE Kurfürst Max Emanuel träumte davon, mit Schleißheim ein „bayerisches Versailles“ zu erschaffen. Tatsächlich orientierten sich Architektur und Gartenkunst stark am französischen Königshof. Dennoch blieb Schleißheim unvollendet – gerade diese Mischung aus gewaltigem Anspruch und nie vollständig realisierter Vision verleiht der Anlage bis heute ihren besonderen Reiz.
Foto: © Marion Creyaufmüller
Das Neue Schloss als Kulisse der Verkaufsausstellung und Weihnachtsmesse „Winterlust“
Foto: © Marion Creyaufmüller
Das beeindruckende Treppenhaus ist der baukünstlerisch wohl bedeutendste Raum des Schlosses und geht in seiner Erfindung auf Henrico Zuccalli zurück
Foto: © Marion Creyaufmüller
Der ganz in Weiß gehaltene Große Saal von 1719 – eine Meisterleistung des Hofarchitekten Joseph Effner – der sich über zwei Geschosse erstreckt, bildet gemeinsam mit der prunkvolle Treppe ein einzigartiges barockes Gesamtkunstwerk
Foto: © Marion Creyaufmüller
Der Viktoriensaal mit seiner geschnitzten Wandvertäfelung ab 1723 im französischen Régence-Stil gehört zu den schönsten Innenraumdekorationen des Spätbarock
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Museum
In den Prunkräumen des Schlosses, die einen Eindruck ins höfische Leben zu Zeiten des Absolutismus geben. präsentieren die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen Meisterwerke der europäischen Barockmalerei; die imposante zeremonielle Raumfolge aus Prunktreppenhaus, Festsaal, Viktoriensaal und der Großen Galerie sowie die Paradeappartements des Kurfürstenpaars zählen in ihrer kostbaren Dekoration und Möblierung noch heute zu den bedeutendsten Raumausstattungen der barocken Schlossbaukunst
Führungen:
In den Schleißheimer Schlössern finden keine regelmäßigen Führungen statt; Audio-Guide in Deutsch, Englisch, Italienisch und Französisch erhältlich; Private Führungen und Themenführungen buchbar
Öffnungszeiten:
Di-So, Apr-Sep: 9-18 Uhr; Okt-März: 10-16 Uhr; Mo geschlossen
Internet
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Museumsshop
Souvenirs und Geschenkideen
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Schlosswirtschaft
Eine der ältesten und bekanntesten Wirtschaften im Münchner Kreis mit Biergarten; bayerische Traditionsküche; Hochzeiten, Taufen, Events
Öffnungszeiten:
Di-So 11-22 Uhr; Mo geschlossen
www.schlosswirtschaft-schleissheim.de
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Veranstaltungen
Historische Jagd- und Kutschengala im Schleißheimer Schlosspark, Konzerte, Sommerlust und Winterlust
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Heiraten, Feiern und Tagen
Maximilianskapelle, Großer Saal. Sala terrena und Speisesaal für Konzerte, Gottesdienste und Trauungen, Stehempfänge, Bankette, Festakte und Preisverleihungen
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Wasserspiele
April bis Ende September:
täglich 10 bis 16 Uhr; Beginn jeweils zur vollen Stunde (Dauer ca. 30 Minuten)
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Barrierefreiheit
Alle wichtigen Bereiche im Neuen Schloss sind stufenlos oder über Aufzug erreichbar; Eingangshalle und Parterre über Rampen erreichbar; behindertengerechte Parkplätze, barrierefreie Toiletten
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Hunde
Hunde und andere Tiere dürfen nicht in die Schlösser mitgenommen werden; das Mitführen von ausgebildeten Assistenzhunden ist erlaubt; Hunde sind im Hofgarten unbedingt an der Leine zu führen
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Die Schlossanlage Schleißheim – bestehend aus dem Alten und Neuen Schloss sowie dem Schloss Lustheim – bildet zusammen mit einem Park, zwei Pavillons und drei Kanälen ein bedeutendes Bauensemble
Foto: © Marion Creyaufmüller
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Foto: © Marion Creyaufmüller
Das Kuppelfresko des Treppenhauses stammt von Cosmas Damian Asam
Foto: © Marion Creyaufmüller
Der Dokumentationsraum erläutert die komplexe Entstehungsgeschichte der Schlossanlage und würdigt ihren Hauptbauherrn Kurfürst Max Emanuel
Neues Schloss Schleißheim
Max-Emanuel-Platz 1
85764 Oberschleißheim
fon +49-89-31587-20
www.schloesser-schleissheim.de
Gemeinde Oberschleißheim • Landkreis München
Eigentümer: Freistaat Bayern





























