Gut Graßlfing

Stadt Olching-Graßlfing • Landkreis Fürstenfeldbruck
Eigentümer: Familie Grandl

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Historische Ansicht

Das historische Gut Graßlfing liegt nordöstlich des Olchinger Zentrums unweit der Amperauen und bildet mit seinen denkmalgeschützten Wohn- und Wirtschaftsgebäuden eine weitläufige, geschlossene Hofanlage.

HISTORIE  Die Anfänge der Siedlung Graßlfing reichen bis ins frühe Mittelalter zurück. Archäologische Funde im Bereich des heutigen Golfplatzes weisen auf eine frühmittelalterliche Ansiedlung hin.

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1200 und findet sich in den Aufzeichnungen des Klosters Schäftlarn.

Zwischen 1200 und 1203 erhielt das Kloster Schäftlarn durch einen Gütertausch einen Hof und eine Hube in Graßlfing. Auch die Klöster Ettal und Fürstenfeld verfügten in der Umgebung über landwirtschaftliche Besitzungen, die sie zur Bewirtschaftung verpachteten.

1605 ließ Herzog Maximilian I., der spätere Kurfürst von Bayern, mehrere Graßlfinger Höfe erwerben und zu einem landesherrlichen Wirtschaftsgut vereinigen. Der Schwerpunkt lag auf der Pferdezucht. Zeitweise wurden dort etwa 300 Pferde gehalten, während die zugehörigen Flächen rund 3.280 Tagwerk umfassten.

Im 17. und 18. Jahrhundert entwickelte sich die Schwaige zu einer ausgedehnten Hofanlage. Neben den landwirtschaftlichen Gebäuden bestand ein herrschaftliches Schwaigschloss. Zu der früheren Anlage sollen auch eine Kapelle und ein Park mit Wasserspielen gehört haben. Deren Entstehungszeit und späterer Verbleib sind nicht näher gesichert.

Nach dem Erlöschen der altbayerischen Wittelsbacherlinie im Jahr 1777 wechselte das Gut zunächst den Besitzer.

Kurfürst Karl Theodor brachte es 1783 wieder in landesherrlichen Besitz. Er nutzte Graßlfing insbesondere für Jagdausflüge und Ausritte in die umliegende Moorlandschaft.

1791 überließ Karl Theodor das Anwesen einer seiner Mätressen.

1818 wurde es vom bayerischen Militärfiskus übernommen und zum Remontedepot ausgebaut. Bis 1923 diente die Anlage der Aufzucht und Vorbereitung junger Pferde für die Kavallerie.

1834 erfolgten größere Umbauten an mehreren Gebäuden. Dazu gehörten das ehemalige Maierhaus sowie Teile des Schlosses, die fortan stärker in die landwirtschaftliche und militärische Nutzung eingebunden wurden.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Gebäudebestand weiter verändert.

1895 entstand ein neues Beamtenwohngebäude, in dessen Baukörper ältere Teile des Schwaigschlosses einbezogen wurden. Auch weitere Gebäude, darunter ein Stallstadel und ein ehemaliges Beamtenwohnhaus mit Pferdestall, enthalten noch historische Substanz des einstigen Schlosses.

Ein ehemaliges Beamtenwohnhaus mit angeschlossenem Pferdestall erhielt 1888 und 1897 bauliche Veränderungen.

Das Maierhaus erhielt Anfang des 20. Jahrhunderts seine neubarock geprägte Erscheinung mit Halbwalmdach, Dachreiter und Zwerchhaus. Die Gebäude gruppieren sich um einen langgestreckten, rechteckigen Innenhof und bilden bis heute ein geschlossenes Gutshofensemble.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs verlor Graßlfing seine militärische Funktion. 1923 wurde das Anwesen dem Wittelsbacher Ausgleichsfonds übertragen. Die Bewirtschaftung konzentrierte sich fortan vor allem auf den Ackerbau, insbesondere auf Getreide und später Mais.

2016 ging das Gut im Rahmen eines Grundstückstausches an die Münchner Landwirtsfamilie Grandl über. Der Wittelsbacher Ausgleichsfonds erhielt dafür rund 2,4 Hektar Grundstücksfläche in München-Obermenzing.

Ab 2018 wurden Teile der historischen Hofgebäude für eine neue Nutzung vorbereitet. In einem ehemaligen Pferdestall entstand die Brauanlage der Olchinger Braumanufaktur, die am 22. April 2020 erstmals Bier am Standort Graßlfing braute.

Ergänzt wurde der Brauereibetrieb durch das Restaurant „Zwickelei“, einen Biergarten und Veranstaltungsräume. Die Umnutzung ermöglichte es, Teile der ehemaligen Wirtschaftsgebäude wieder öffentlich zugänglich zu machen.

Im März 2025 meldete die Olchinger Braumanufaktur Insolvenz an und stellte ihre Bierproduktion ein. Die Gastronomie wurde zunächst unabhängig davon weitergeführt, später jedoch ebenfalls geschlossen. Eine Wiederaufnahme des Betriebs ist bislang nicht bestätigt.

Gut Graßlfing im Landkreis Fürstenfeldbruck

Foto: © Marion Creyaufmüller

Das ehemalige Schwaigschloss bildet den historischen Kern der Gutshofanlage
Gut Graßlfing im Landkreis Fürstenfeldbruck

Foto: © Marion Creyaufmüller

In mehreren Gebäuden der Hofanlage sind noch Bauteile des einstigen Schwaigschlosses erhalten

Gut Graßlfing im Landkreis Fürstenfeldbruck

Foto: © Marion Creyaufmüller

Hofseite des Hauptgebäudes von Gut Graßlfing

Gut Graßlfing im Landkreis Fürstenfeldbruck

Foto: © Marion Creyaufmüller

Die ehemaligen Wirtschaftsgebäude beherbergten die Gastronomie der ‚Zwickelei“

Gut Graßlfing im Landkreis Fürstenfeldbruck

Foto: © Marion Creyaufmüller

Die einstige Gastronomie verband historische Backsteinarchitektur mit einer modernen Nutzung

Gut Graßlfing im Landkreis Fürstenfeldbruck

Foto: © Marion Creyaufmüller

Die unverputzten Backsteinfassaden prägen das Erscheinungsbild der ehemaligen Wirtschaftsgebäude

Heutige Nutzung

icon Veranstaltungen

Die Zwickelei
Derzeit geschlossen

icon Biergarten

Biergarten
Derzeit geschlossen

Barrierefreiheit
Informationen liegen derzeit nicht vor

Hunde
Informationen liegen derzeit nicht vor

Gut Graßlfing im Landkreis Fürstenfeldbruck

Foto: © Marion Creyaufmüller

Das Hauptgebäude der unter Denkmalschutz stehenden Anlage präsentiert sich als stattlicher, zweigeschossiger Bau, der von einem mächtigen Walmdach gekrönt wird

Kontakt

Gut Graßlfing
Gut Graßlfing 1
82140 Olching