Überschrift - Neues Schloss Ingolstadt in Ingolstadt

Das Neue Schloss in Ingolstadt steht als eines der bedeutendsten Monumente bayerischer Profanbaukunst des 15. Jahrhunderts stolz an der Donau
Unmittelbar an der Donau erhebt sich das Neue Schloss in Ingolstadt als eines der bedeutendsten spätgotischen Profanbauwerke Bayerns. Mit seinen mächtigen Mauern, den markanten Türmen und dem weitläufigen Innenhof prägt die ehemalige herzogliche Residenz bis heute das Stadtbild der Ingolstädter Altstadt.

HISTORIE  Die Geschichte des Schlosses ist untrennbar mit der Ära der Teilherzogtümer verknüpft. Nachdem der alte Herzogskasten aus dem 13. Jahrhundert den gestiegenen Ansprüchen nicht mehr genügte, legte Herzog Ludwig VII. (der Bärtige) um das Jahr 1418 den Grundstein für die neue Anlage. Ludwig, der durch seine Zeit am französischen Hof kulturell tief geprägt war, wollte eine Residenz schaffen, die sowohl Schutz bot als auch Pracht ausstrahlte.

1418–1447: In dieser Kernbauphase entstand der mächtige Palas. Dendrochronologische Untersuchungen bestätigen heute Fälldaten der Bauhölzer aus den Jahren 1433 und 1434.

Ab 1447: Mit der Wiedervereinigung der bayerischen Teilherzogtümer unter den Landshuter Herzögen verlor das Schloss zwar seine Funktion als Hauptresidenz, blieb jedoch als strategischer Militärstützpunkt von enormer Bedeutung. Neuzeit & Transformation:

Über die Jahrhunderte diente das Ensemble als Kaserne und Festungsbau. Heute beherbergt es das Bayerische Armeemuseum, welches die militärische Historie Bayerns vom Spätmittelalter bis in die napoleonische Zeit lebendig hält.


Nachdem der ältere Herzogskasten aus dem 13. Jahrhundert den repräsentativen Ansprüchen der Herzöge nicht mehr genügte, begann Herzog Ludwig VII., genannt „der Bärtige“, um 1418 mit dem Bau eines neuen Schlosses.

Ludwig VII. hatte längere Zeit am französischen Hof verbracht und brachte zahlreiche kulturelle Eindrücke mit nach Bayern. Mit dem Neubau wollte er nicht nur eine wehrhafte Anlage schaffen, sondern zugleich eine repräsentative Residenz des Teilherzogtums Bayern-Ingolstadt errichten.

Zwischen 1418 und 1447 entstand der mächtige spätgotische Schlossbau. Dendrochronologische Untersuchungen datieren Teile der verwendeten Bauhölzer auf die Jahre 1433 und 1434.

Nach dem Ende des Teilherzogtums Bayern-Ingolstadt und der Wiedervereinigung der bayerischen Herzogtümer verlor das Schloss seine Funktion als Hauptresidenz. Aufgrund seiner Lage innerhalb der Ingolstädter Landesfestung blieb die Anlage jedoch weiterhin von großer militärischer Bedeutung.

Im Laufe der folgenden Jahrhunderte wurde das Schloss mehrfach umgebaut und zeitweise als Kaserne sowie für militärische Zwecke genutzt. Während der Festungszeit Ingolstadts war das Neue Schloss eng in die Verteidigungsanlagen der Stadt eingebunden.

Im 19. und 20. Jahrhundert erfolgten umfangreiche Restaurierungen und Sicherungsmaßnahmen, um die bedeutende spätgotische Anlage zu erhalten.

Heute beherbergt das Neue Schloss das Bayerische Armeemuseum und zählt zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Ingolstadts.

ARCHITEKTUR  Das Neue Schloss gilt als eines der bedeutendsten Beispiele spätgotischer Schlossarchitektur in Süddeutschland. Die Anlage verbindet repräsentative Architektur mit den Anforderungen einer wehrhaften Residenz.

Besonders markant ist der langgestreckte Palas mit seinen polygonalen Treppentürmen, Erkern und den hohen gotischen Giebeln. Die mächtigen Außenmauern verleihen dem Schloss bis heute einen wehrhaften Charakter.

Im Inneren besitzen zahlreiche Räume aufwendig gestaltete Kreuzrippen- und Tonnengewölbe. Besonders bemerkenswert sind die übereinanderliegenden Schlosskapellen, die einst so angelegt wurden, dass von der oberen Kapelle aus der Blick auf den Altarraum der unteren Kapelle möglich war.

Der große Innenhof, die unmittelbare Lage an der Donau sowie die Einbindung in die ehemalige Festungsstadt machen das Neue Schloss bis heute zu einer der eindrucksvollsten Schlossanlagen Altbayerns.

WISSENSWERTES Das Neue Schloss war ursprünglich Teil einer deutlich größeren herzoglichen Residenzanlage. Einige der geplanten Erweiterungen wurden jedoch niemals vollständig ausgeführt. Trotzdem zählt die Anlage heute zu den bedeutendsten erhaltenen Profanbauten der bayerischen Spätgotik und vermittelt noch immer einen Eindruck von der Macht und dem Selbstverständnis der Herzöge von Bayern-Ingolstadt.

ARCHITEKTUR  Architektonisch präsentiert sich das Neue Schloss als eine harmonische Komposition aus Wehrhaftigkeit und gotischer Verspieltheit.

Besonders charakteristisch ist der Palas, dessen Fassade durch markante Treppentürme und Erker gegliedert wird. Im Inneren offenbart sich die wahre Meisterschaft der spätgotischen Baumeister: Weitgespannte Tonnengewölbe und fein gearbeitete Kreuzrippengewölbe überspannen die Säle, in denen einst das höfische Leben pulsierte.

Ein architektonisches Kuriosum sind die übereinanderliegenden Schlosskapellen, die so konzipiert wurden, dass man von der oberen Etage direkt auf den Altar der unteren blicken konnte. Zusammen mit dem imposanten Innenhof und der unmittelbaren Nähe zur Donau bildet das Schloss eine städtebauliche Dominante, die den Charakter der Ingolstädter Altstadt bis heute prägt.

Als im frühen 15. Jahrhundert die Fundamente für das Neue Schloss gelegt wurden, entstand weit mehr als eine bloße Festung. Unter der Ägide von Ludwig dem Bärtigen, dessen Geschmack am französischen Hof geschult worden war, wuchs ein Bauwerk empor, das die Ambivalenz jener Epoche perfekt verkörpert: nach außen hin eine trutzige Bastion, im Inneren jedoch ein filigranes Juwel der Spätgotik. Die Chronik des Schlosses ist geprägt von der Aufspaltung Bayerns in kleine Teilherzogtümer. Ab 1418 diente es als herrschaftliches Statement gegen die Landshuter Konkurrenten. Während der Palas mit seinen markanten Treppentürmen die Vertikale betont, offenbaren die Gewölbekeller und Säle im Inneren eine architektonische Finesse, die man hinter den wuchtigen Mauern kaum vermutet. Besonders die doppelstöckige Kapelle zeigt, wie eng Religion und Hofzeremoniell damals verwoben waren. Nach dem Ende der eigenständigen Residenzzeit wandelte sich das Schloss zum militärischen Ankerpunkt und ist heute als Sitz des Bayerischen Armeemuseums ein Ort, an dem Geschichte nicht nur konserviert, sondern in den weiten Räumen förmlich spürbar wird.

Neues Schloss Ingolstadt in Ingolstadt

Foto: © Marion Creyaufmüller

Das Ingolstädter Schloss ist nicht nur ein steinernes Zeugnis herzoglicher Macht, sondern auch ein architektonisches Meisterwerk, das den Übergang vom wehrhaften Mittelalter zur repräsentativen Residenz markiert

Neues Schloss Ingolstadt in Ingolstadt

Foto: © Marion Creyaufmüller

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Neues Schloss Ingolstadt in Ingolstadt

Foto: © Marion Creyaufmüller

Stadtseitiger Torbau mit seinem prachtvollen Renaissanceportal

Neues Schloss Ingolstadt in Ingolstadt

Foto: © Marion Creyaufmüller

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Heutige Nutzung

icon Museum

Bayerisches Armeemuseum
samt Werkstätten in mehreren Gebäuden, die sowohl in architektonischer wie historischer Hinsicht einmalig sind; umfangreiche Sammlungen zur bayerischen und europäischen Geschichte; im „Reduit Tilly“, ein Festungsbau auf der südlichen Donauseite, befindet sich die Dauerausstellung „Der Erste Weltkrieg“ und im Festungswerk „Turm Triva“ das Bayerische Polizeimuseum
Öffnungszeiten:
Di-Fr 9-17.30 Uhr; Sa, So+FT 10-17.30 Uhr

Veranstaltungen
Ausstellungen, Vorträge, Führungen, Ingolstädter Herzogsfest (alle zwei Jahre)

Barrierefreiheit
Die Räumlichkeiten des Neuen Schlosses sind für gehbehinderte Besucher erschlossen; behindertengerechter Parkplatz; Lift, über den man in die verschiedenen Stockwerke des Schlosses gelangen kann; Rampen im Inneren ermöglichen die Überwindung von Stufen und Türschwellen; behindertengerechte Toiletten im Untergeschoss

Hunde
Tiere dürfen nicht in die Ausstellungsräume mitgebracht werden, ausgenommen sind Blindenhunde

Neues Schloss Ingolstadt in Ingolstadt

Foto: © Marion Creyaufmüller

Die Gesamtanlage, die am Rand der Stadtmauer liegt, wurde als Stadtburg konzipiert und bot mit ihrem tiefen Graben zur Stadt hin sowohl nach außen wie auch nach innen Schutz

Kontakt

Neues Schloss Ingolstadt
Paradeplatz 4
85049 Ingolstadt
fon +49-841-93770
www.armeemuseum.de

Stadt Ingolstadt
Eigentümer: Freistaat Bayern