Mitten in der historischen Altstadt von Eichstätt liegt der Späthsche Hof als ehemaliger Domherrensitz unweit des Doms und der fürstbischöflichen Residenz. Der repräsentative Stadtpalaisbau erinnert bis heute an die Zeit, als Eichstätt von zahlreichen Domherrenhöfen und geistlichen Adelssitzen geprägt war.
HISTORIE Die Geschichte des Späthschen Hofes ist eng mit der Entwicklung Eichstätts zur Residenz- und Domstadt des Hochstifts Eichstätt verbunden.
Bereits seit dem Mittelalter entstanden innerhalb der Altstadt zahlreiche Domherrenhöfe. Diese dienten den Mitgliedern des Eichstätter Domkapitels als Wohnsitze und repräsentative Stadthäuser.
Der Späthsche Hof entstand im Wesentlichen in der frühen Neuzeit und wurde nach der Familie Späth benannt, die mit dem Domkapitel beziehungsweise dem Eichstätter Stiftsadel verbunden war.
Im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts wurde die Anlage mehrfach erweitert und barock umgestaltet. Wie viele Eichstätter Domherrenhöfe verband der Bau repräsentative Wohnräume mit Verwaltungs- und Wirtschaftsbereichen.
Die Domherren bildeten über Jahrhunderte einen bedeutenden Teil der politischen und geistlichen Führungsschicht des Hochstifts Eichstätt. Ihre Stadthöfe prägten das Erscheinungsbild der Residenzstadt entscheidend mit.
Mit der Säkularisation von 1803 endete die Zeit des Hochstifts Eichstätt. Viele Domherrenhöfe verloren ihre ursprüngliche Funktion und wurden anschließend unterschiedlich genutzt.
Auch der Späthsche Hof erfuhr im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts verschiedene Umbauten und Nutzungsänderungen. Dabei blieb jedoch der historische Charakter der Anlage weitgehend erhalten.
Heute zählt der Späthsche Hof zu den bedeutenden historischen Profanbauten der Eichstätter Altstadt.
ARCHITEKTUR Der Späthsche Hof präsentiert sich als barocker Stadtpalaisbau mit typisch Eichstätter Fassadengestaltung.
Besonders charakteristisch sind die klar gegliederten Fassaden, die regelmäßigen Fensterachsen sowie die repräsentative Wirkung des Gebäudes innerhalb der engen Altstadtbebauung.
Wie viele Domherrenhöfe besitzt auch der Späthsche Hof einen Innenhofbereich, der Wohn- und Wirtschaftsbereiche miteinander verband.
Die Architektur verbindet barocke Repräsentation mit der vergleichsweise zurückhaltenden Eleganz der Eichstätter Residenzarchitektur.
Im Inneren haben sich teilweise historische Raumstrukturen und Ausstattungsdetails erhalten, die an die frühere Nutzung als Domherrensitz erinnern.
WISSENSWERTES Eichstätt besitzt bis heute eine außergewöhnlich hohe Zahl erhaltener Domherrenhöfe. Kaum eine andere Stadt Bayerns wird in ihrem historischen Erscheinungsbild so stark von den ehemaligen Wohnsitzen des geistlichen Adels geprägt wie die frühere Residenzstadt des Hochstifts Eichstätt.
Foto: © Marion Creyaufmüller
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