Überschrift Schloss Sindlingen im Landkreis Böblingen

Zwi­schen Schönbuch und Schwarzwald, auf der Hochfläche des oberen Gäu, liegt Schloss Sindlingen mit freiem Blick zu den Höhen der Schwäbischen Alb im Süden und zum Schwarz­­wald im Westen.

HISTORIE  Um das Jahr 1100 fand Sindlingen erst­mals in einer Schen­kungsurkunde der Witwe Graf Heinrichs von Tübingen an das Kloster Reichenbach Erwähnung. Damals pfalzgräfischer Besitz, wur­de Sindlingen später hohenbergisch, dann pfälzisch und 1440 würt­tem­­­bergisch.

Etwa 150 Jahre lang – von 1452 bis 1618 – waren die Herren von Gültlingen Lehens­­träger.

1640 erwarb Andreas von Bernerdin von Pernthurn auf Pregrat, ein aus Kärnten stam­mender protestantischer Glaubensflüchtling, große Teile des Gutes.

Der letzte Bernerdin ver­­machte 1782 seiner Nichte, Fran­ziska von Bernerdin, spätere Reichsgräfin von Hohenheim, die gemeinsam mit ihren vier Schwestern einen Teil ihrer Kindheit in Sindlingen verbrachte, den Besitz.

Franziska wurde die morganatische Ehefrau des Her­zogs Carl Eugen von Württemberg und blieb Sindlingen ihr Leben lang verbunden. So verbrachte sie dem Tode Carl Eugens auch einige Sommermonate im Sindlinger Schloss, das mittlerweile zu einer großen vierflügeligen Anlage mit mehreren Wirtschaftsgebäuden wie dem Fruchtkasten, einem Backhaus sowie dem Amtshaus ausgebaut worden war, bevor sie in ihren Witwensitz nach Kirchheim übersiedelte.

Der pieti­stischen Neigung Franziskas verdankte es der Laienprediger Johann Michael Hahn – Gründer der „Hahn’ischen Gemeinschaft“, hier Schutz und Bleibe zu finden. Noch heute befindet sich sein Grab auf dem kleinen Friedhof in Sindlingen.

Nach Franziskas Tod erbte im Jahre 1811 ihr Kam­merdiener Freiherr von Boenen den Sindlinger Besitz.

Bereits 1812 wurde das Gut an die Fürstin Philippine Colloredo-Mans­feld veräußert, die am vierflügelig angelegten Schlossgebäude den west­lichen Südflügel und den Quer­­bau im Süden nach einem Brand ab­reißen und dafür den heutigen Haupt­bau erweitern ließ.

1840 erstand die Königliche Württembergische Hofdomä­nen­­­­­­kammer das Gut. Unter verschiedenen Pächter­fami­lien erwarb sich das Hofgut in den folgenden 113 Jahren einen ausgezeichneten Ruf in der württem­­­ber­­gischen Land­wirtschaft, Pferde­-, Vieh­- und Schafzucht sowie als als Mustergut für Saatzuchten.

1848 riss man den Querbau, der parallel zum Hauptbau verlief ab und ersetzte den Westflügel durch ein Ökonomiegebäude.

1952 ging das Hofgut im Zuge des Lastenaus­gleichsgesetzes an die Württembergi­sche Landsiedlung und das Schloss wurde von der Familie Pape erworben, die darin ein Ferien­hotel mit Reitschule einrichtete, das bis heute besteht.

ARCHITEKTUR  Schloss Sindlingen präsentiert sich heute als stattliche, dreigeschossige Schlossanlage mit charakteristischem, steil aufragendem Walmdach und mehreren Dachgauben. Ursprünglich als vierflügelige Wasserburg mit geschlossenem Innenhof angelegt, hat sich die Anlage durch Umbauten und Teilabbrüche im Laufe der Jahrhunderte stark verändert. Erhalten blieb vor allem der langgestreckte Hauptbau, dessen schlichte, verputzte Fassaden die württembergische Schlossarchitektur des ländlichen Raums widerspiegeln.

Reste des ehemaligen Schlossparks sowie des einstigen Wassergrabens erinnern noch heute an die ursprüngliche Bedeutung der Anlage als befestigter Adelssitz im Korngäu.

Schloss Sindlingen im Landkreis Böblingen

Foto: © Marion Creyaufmüller

Östlicher Südflügel

Schloss Sindlingen im Landkreis Böblingen

Foto: © Marion Creyaufmüller

Terrasse im Innenhof

Schloss Sindlingen im Landkreis Böblingen

Foto: © Marion Creyaufmüller

Eine Parkanlage umgibt das Schloss

Schloss Sindlingen im Landkreis Böblingen

Foto: © Marion Creyaufmüller

Das “Richterhäusle” im Springgarten

Heutige Nutzung

Hotel
Individuell ausgestattete Zimmer, teilweise mit Gartenblick

Restaurant
Hausmannskost; im Sommer; Be­wirtung im Schloss­garten
Öffnungszeiten:
Mi-So 11-14 und 17-23 Uhr

Reitbetrieb
für Anfänger und Fortgeschrittene – auch in englischer Sprache möglich; Lehr­­gänge, Ferienkurse, Aus­ritte in traumhaftem Gelände

Veranstaltungen
Jazzkonzerte, Ausstellungen, Reit­turniere, Reitjagden

Feiern und Heiraten
Für Taufen, Geburtstags­feierlich­keiten und Hochzeiten bietet der rustikale Festsaal Platz für etwa 80 Per­sonen; Frühstückszimmer für kleinere Veranstaltungen; Schlossgarten

Heiraten und Taufen
sind in der Schlosskapelle möglich

Barrierefreiheit
Aufgrund der baulichen Gegebenheiten leider nur bedingt barrierefrei

Hunde
auf Anfrage

Schloss Sindlingen im Landkreis Böblingen

Foto: © Marion Creyaufmüller

Nordseite mit Eingangsbereich

Kontakt

Schloss Sindlingen
Schlossstraße 10
71131 Jettingen-Sindlingen
fon +49-7032-5434
www.schloss-sindlingen.de

Gemeinde Jettingen • Landkreis Böblingen
Eigentümer: Familie Pape