Hoch über der barocken Altstadt von Eichstätt, auf dem markanten Bergrücken des Frauenbergs, thront die Willibaldsburg. Als gewaltiges Wahrzeichen des Altmühltals blickt sie auf eine bewegte Vergangenheit zurück, die sie von einer mittelalterlichen Schutzburg zu einer prunkvollen Renaissance-Residenz und schließlich zu einem modernen Museumskomplex werden ließ.
Hoch über der barocken Altstadt von Eichstätt erhebt sich die Willibaldsburg auf dem markanten Frauenberg als weithin sichtbares Wahrzeichen des Altmühltales. Die mächtige Anlage verbindet die Wehrhaftigkeit einer mittelalterlichen Festung mit der repräsentativen Architektur der Renaissance und zählt zu den bedeutendsten Burg- und Schlossanlagen Frankens.
HISTORIE Die Ursprünge der Willibaldsburg reichen bis in das Jahr 1355 zurück, als Fürstbischof Berthold von Zollern mit dem Bau einer neuen befestigten Residenz oberhalb der Stadt Eichstätt begann.
In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich die Burg zum wichtigsten Herrschaftssitz der Eichstätter Fürstbischöfe. Gleichzeitig wurde die Anlage kontinuierlich erweitert und befestigt.
Besonders im 15. und 16. Jahrhundert gewann die Willibaldsburg zunehmend an Bedeutung als repräsentative Residenz des Hochstifts Eichstätt. Neben Wohn- und Verwaltungsgebäuden entstanden neue Wehranlagen und Bastionen.
Ihre architektonische Blütezeit erlebte die Burg jedoch unter Fürstbischof Johann Konrad von Gemmingen. Ab 1609 ließ er die mittelalterliche Anlage durch den berühmten Augsburger Baumeister Elias Holl umfassend im Stil der Renaissance umgestalten.
Unter Holl entstand der monumentale Gemmingenbau mit seinen markanten Ecktürmen, der bis heute das Erscheinungsbild der Burg prägt. Gleichzeitig wurden die Festungsanlagen modernisiert und an die Anforderungen der Zeit angepasst.
Im Dreißigjährigen Krieg blieb die Willibaldsburg trotz ihrer starken Befestigungen militärisch von großer Bedeutung. Die mächtigen Bastionen und Wälle zeugen noch heute von dieser Epoche.
1725 verlegten die Eichstätter Fürstbischöfe ihre Residenz endgültig in die Stadt Eichstätt. Die Burg verlor damit zunehmend ihre Funktion als fürstbischöflicher Wohnsitz.
Nach der Säkularisation von 1803 begann der Verfall der Anlage. Teile der Burg wurden verkauft oder abgetragen. Erst König Ludwig I. ließ die bedeutende Anlage später wieder sichern und vor dem weiteren Verfall bewahren.
Heute beherbergt die Willibaldsburg mehrere Museen, darunter das Jura-Museum sowie das Museum für Ur- und Frühgeschichte Eichstätt.
ARCHITEKTUR Die Willibaldsburg verbindet mittelalterliche Burgarchitektur mit den repräsentativen Formen der Renaissance.
Besonders prägend ist der sogenannte Gemmingenbau, dessen monumentale Fassade mit den beiden mächtigen Ecktürmen zu den bedeutenden Renaissancebauten Süddeutschlands zählt.
Die weitläufigen Bastionen, Ringmauern und Wälle verleihen der Anlage bis heute den Charakter einer mächtigen Festung. Gleichzeitig spiegeln die symmetrischen Fassaden und großzügigen Innenhöfe den Wandel zur repräsentativen Residenz wider.
Innerhalb der Burganlage haben sich zahlreiche historische Räume, Gewölbe und Wehrbauten erhalten. Besonders eindrucksvoll wirken die weitläufigen Bastionen mit dem Blick über Eichstätt und das Altmühltal.
Ein besonderes architektonisches und kulturhistorisches Juwel ist der rekonstruierte Bastionsgarten. Er orientiert sich am berühmten botanischen Werk „Hortus Eystettensis“, das der Apotheker Basilius Besler 1613 veröffentlichte und das die Pflanzenwelt der fürstbischöflichen Gärten dokumentierte.
WISSENSWERTES Das Jura-Museum der Willibaldsburg beherbergt eines der berühmtesten Fossilien der Welt: ein Original des Archaeopteryx. Dieser „Urvogel“ aus den Solnhofener Plattenkalken gilt als eines der wichtigsten Fossilien zur Erforschung der Evolution und verbindet die Geschichte der Burg heute mit der urzeitlichen Vergangenheit des Altmühltales.
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Die Ursprünge der Befestigung reichen bis in das Jahr 1353 zurück, als Bischof Berthold von Zollern den Grundstein für eine wehrhafte Bergresidenz legte. Über Jahrhunderte diente die Anlage den Fürstbischöfen von Eichstätt als repräsentativer Sitz. Ihre architektonische Blütezeit erlebte die Burg jedoch ab 1609 unter Bischof Johann Konrad von Gemmingen. Er beauftragte den berühmten Augsburger Stadtbaumeister Elias Holl, die Anlage zu einem prachtvollen Schloss im Stil der italienischen Renaissance umzugestalten.
Hinter den massiven Mauern atmet heute nicht nur die Geschichte der Bischöfe. Die Willibaldsburg beherbergt zwei bedeutende Museen: Das Jura-Museum, das mit dem Originalfund eines Archaeopteryx Besucher in die Urzeit entführt, sowie das Museum für Ur- und Frühgeschichte, das die regionale Siedlungsgeschichte lebendig hält.
Heute beherbergen die historischen Säle keine kirchlichen Würdenträger mehr, sondern Schätze von unschätzbarem wissenschaftlichem Wert. Im Jura-Museum auf der Willibaldsburg können Besucher in die tropische Lagunenlandschaft von vor 150 Millionen Jahren eintauchen und unter anderem das Original eines Archaeopteryx bewundern. So verbindet die Burg heute die monumentale Geschichte des Menschen mit den versteinerten Zeugen der Evolution und bleibt ein unverzichtbarer kultureller Ankerpunkt im Herzen Bayerns.
ARCHITEKTUR Das heutige Erscheinungsbild wird maßgeblich vom sogenannten Gemmingenbau dominiert, dessen monumentale Fassade mit den beiden charakteristischen Ecktürmen im Jahr 1629 vollendet wurde. Die Willibaldsburg vereint auf einzigartige Weise die wehrhafte Strenge einer Festung mit der Eleganz der Renaissance.
Die gewaltigen Bastionen, die das Schloss plateauartig umschließen, zeugen von der strategischen Bedeutung der Anlage im Dreißigjährigen Krieg.
Renaissance-Elemente: Die symmetrische Gliederung und die klaren Linien des Hauptbaus spiegeln das neue Selbstverständnis der Fürstbischöfe als weltliche Herrscher wider.
Hortus Eystettensis: Ein besonderes Juwel ist der rekonstruierte Bastionsgarten. Er basiert auf dem berühmten Prachtwerk von Basilius Besler aus dem Jahr 1613 und zeigt heute wieder jene exotische Pflanzenvielfalt, die den Garten einst weltberühmt machte.
Das heutige Erscheinungsbild der Willibaldsburg ist ein faszinierendes Wechselspiel aus trutziger Verteidigungsarchitektur und feinsinniger Ästhetik. Dominant erhebt sich der mächtige Gemmingenbau mit seinen zwei markanten Ecktürmen, deren strenge Symmetrie den Übergang von der Gotik zur Renaissance markiert. Während die tiefen Bastionen und massiven Wälle von der ständigen Verteidigungsbereitschaft künden, offenbart sich auf der Südseite eine ganz andere Welt: der Bastionsgarten.
Foto: © Marion Creyaufmüller
Das heutige Erscheinungsbild der Willibaldsburg ist ein faszinierendes Wechselspiel aus trutziger Verteidigungsarchitektur und feinsinniger Ästhetik
Foto: © Marion Creyaufmüller
Der prachtvolle Bastionsgarten ist eine lebendige Hommage an den „Hortus Eystettensis“, jenes weltberühmte botanische Prachtwerk, das einst die exotische Flora der Burg katalogisierte
Foto: © Marion Creyaufmüller
Dominant erhebt sich der mächtige Gemmingenbau mit seinen zwei markanten Ecktürmen, deren strenge Symmetrie den Übergang von der Gotik zur Renaissance markiert
Foto: © Marion Creyaufmüller
Während die tiefen Bastionen und massiven Wälle von der ständigen Verteidigungsbereitschaft künden, offenbart sich auf der Südseite eine ganz andere Welt: der Bastionsgarten
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Jura-Museum
Zeitreise in eine rund 150 Millionen Jahre alte tropische Insel-, Riff- und Lagunenlandschaft, die von Fischsauriern und Krokodilen, Korallenfischen und Krebsen, Insekten und Flugsauriern bevölkert war
Highlights: weltweit einzige Exemplar des Raubdinosauriers Juravenator und ein in der Region gefundener Archaeopteryx
fon +49-8421-602980-0
www.jura-museum.de
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Museum für Ur- und Frühgeschichte
Geschichte der Region von der Steinzeit bis zum Frühmittelalter anhand bedeutender archäologischer Funde
Highlights: Mammutskelett, die einzige Groma (römisches Vermessungsgerät) nördlich der Alpen sowie eine spätmerowingische Grabanlage
fon +49-176-62756238
www.histver.de
Öffnungszeiten (beide Museen):
Apr-3. Okt 9-18 Uhr; 4. Okt-März: 10-16 Uhr
Montags geschlossen
(außer: 6. Januar, Ostermontag, 1. Mai, Pfingstmontag, 15. August, 3. Oktober, 1. November)
Letzter Einlass 45 Minuten vor Ende der Öffnungszeiten
Geschlossen am: 1. Januar, Faschingsdienstag, 24., 25. und 31. Dezember
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Bastionsgarten
Der Informationsgarten zur Pflanzenwelt des historischen »Hortus Eystettensis«, der ab 1592 angelegt wurde ist in Deutschland wohl einmalig
Öffnungszeiten:
15. Apr-3. Okt 9-18 Uhr; 4.-15. Okt 10-16 Uhr
Montags geschlossen
16. Okt-14. Apr geschlossen
Führungen:
Die Stadt Eichstätt bietet Führungen durch den Bastionsgarten und die Burganlage an
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Burggaststätte „Das Willibald“
Frische, saisonale Gerichte in gemütlicher Atmosphäre; Biergarten
fon +49-8421-607680
www.daswillibald.de
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Barrierefreiheit
• Auf dem Parkplatz im Vorburghof sind zwei Behindertenstellplätze ausgewiesen; von dort gelangt man barrierefrei in den Schaumberghof
• Mithilfe eines Tastmodells aus patinierter Bronze und Edelstahl im Maßstab von etwa 1:500 lässt sich die imposante Burganlage in ihrer gesamten Dimension mit den Händen erfassen
• Es sind zwei barrierefreie Toiletten vorhanden
• Jura-Museum: barrierefreier Zugang (innere Türbreite 94 cm) befindet sich wenige Meter links vom Haupteingang im Arkadengang
• Das Museum für Ur- und Frühgeschichte befindet sich im 1. Obergeschoss des Gemmingenbaus und ist leider nur über Treppen erreichbar
• Der Bastionsgarten ist stufenlos zu erreichen
Weitere Informationen
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Hunde
Das Mitführen von Hunden im Museum und im Bastionsgarten ist nicht erlaubt
Foto: © Marion Creyaufmüller
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Foto: © Marion Creyaufmüller
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Foto: © Marion Creyaufmüller
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Willibaldsburg
Burgstrasse 19
85072 Eichstätt
fon +49-8421-4730
Internet
Stadt Eichstätt • Landkreis Eichstätt
Eigentümer: Bayerische Verwaltung der Staatlichen Schlösser, Gärten und Seen




















