Überschrift - Gut Graßlfing im Landkreis Fürstenfeldbruck

Inmitten der weitläufigen Mooslandschaft liegt das Gut Graßlfing – eine große geschlossene Anlage um einen längsrechteckigen Innenhof mit insgesamt zwölf Gebäuden

HISTORIE  Die Geschichte von Graßlfing reicht weit zurück. Ursprünglich als herzogliches Lehen geführt, entwickelte sich das Anwesen über die Epochen zu einem Musterbeispiel für die Schwaighofkultur.

Die ersten schriftlichen Spuren führen in das frühe 13. Jahrhundert zurück.

Um 1200/1203 gelangte das Anwesen durch einen Tausch in den Besitz des Klosters Schäftlarn. Doch die strategische Lage im Ampermoos weckte bald das Interesse der bayerischen Herrscher

Um 1427 erwarb Herzog Wilhelm III. von Bayern das Gut, womit eine lange Ära unter herzoglichem Einfluss begann.

1491 wurde Graßlfing als Sitz eines Hofmarksgerichts erwähnt – ein Zeichen dafür, dass der Ort nicht nur ein landwirtschaftliches Zentrum, sondern auch ein Ort der niederen Gerichtsbarkeit und lokalen Verwaltung war. 

1605 übernahm Herzog Maximilian, der spätere Kurfürst von Bayern, das Anwesen, was ein entscheidender Wendepunkt in der Architektur und Nutzung für das Gut bedeutete und ließ es zur Schwaige ausbauen.

Über Jahrhunderte blieb das Gut ein wichtiger Versorgungsstützpunkt für den Münchner Hof. Auch nach dem Ende der Monarchie blieb die Verbundenheit zum Hause Wittelsbach bestehen. 

Seit dem 17. Jahrhundert diente das Gut unter anderem als Gestüt und war Teil einer Reihe von Maßnahmen des Kurfürsten Maximilian I. zur Förderung der Pferdezucht in Bayern, um die es in jener Zeit schlecht bestellt war.

Ab 1783 wurde Graßlfing von Kurfürst Karl Theodor von Bayern als Ausgangspunkt für seine häufigen Ausritte und Jagden im wildreichen Graßlfinger Moos genutzt.

1923, nach dem Ersten Weltkrieg wurde Gut Graßlfing dem Wittelsbacher Ausgleichsfonds zugeschlagen, der es fast ein Jahrhundert lang verwaltete. Man nutzte es vorwiegend für den Getreide-, später auch den Maisanbau. Zum Gut gehörten landwirtschaftliche Flächen, aber auch mehrere Gebäude, wie etwa eine „Alte Schmiede“, Mooswiesen und anderen nicht für die Landwirtschaft nutzbare Böden.

2020 konnte die Olchinger Braumanufaktur die eigene Brauanlage einen Tag vor dem Tag des Deutschen Bieres in Betrieb nehmen.

2025 schloss die Olchinger Braumanufaktur sowie ihr Restaurant und der Biergarten, der auch für Veranstaltungen genutzt wurde. Zum derzeitigen Zeitpunkt (Stand Februar 2026) ist noch unklar, wie es mit Gut Graßlfing weitergeht.

ARCHITEKTUR  Wer sich dem Gut nähert, erkennt sofort die kluge Ordnung einer gewachsenen Hofanlage. Das Zusammenspiel aus dem Wohnhaus und den flankierenden Wirtschaftsgebäuden zeugt von einer Zeit, in der autarke Kreisläufe den Alltag bestimmten.

Die Bauweise ist typisch für die Region: massiv, wetterbeständig und dennoch von einer schlichten Eleganz in den Details, wie den sorgsam gearbeiteten Putzrahmungen der Fassade.

Im 18. und 19. Jahrhundert erlebte das Gut eine architektonische Transformation, die ihm sein heutiges, fast herrschaftliches Gesicht verlieh. Der stattliche Hauptbau mit seinem wohlproportionierten Satteldach und den streng gegliederten Fensterachsen strahlt eine Ruhe aus, die von der Beständigkeit des bäuerlichen Lebens kündet. Es ist diese Mischung aus funktionaler Ökonomie und dem repräsentativen Anspruch eines „Edelsitzes auf dem Lande“, die das Ensemble so einzigartig macht.

Gut Graßlfing – ursprünglich ein adeliges Landgut mit Schlösschen und Park samt Wasserspielen – fungiert heute als lebendiges Baudenkmal, das zeigt, wie Architektur über Generationen hinweg Arbeit, Leben und soziale Ordnung unter einem Dach vereinte.

Gut Graßlfing im Landkreis Fürstenfeldbruck

Foto: © Marion Creyaufmüller

Das architektonische Herzstück des Ensembles ist zweifellos das Gebäude des ehemaligen Edelsitzes, das wie ein ruhiger Ankerpunkt in der Weite der Graßlfinger Flur ruht
Gut Graßlfing im Landkreis Fürstenfeldbruck

Foto: © Marion Creyaufmüller

Eingebettet in die robusten Mauern der ehemaligen Gutshofsgebäude, hat sich mit der „Zwickelei“ ein besonderes gastronomisches Erlebnis etabliert

Gut Graßlfing im Landkreis Fürstenfeldbruck

Foto: © Marion Creyaufmüller

Die „Zwickelei“ verbindet auf einzigartige Weise die rustikale Atmosphäre der historischen Backstein-Architektur mit moderner, bayerischer Küche und dem Charme eines gemütlichen Wirtshauses

Gut Graßlfing im Landkreis Fürstenfeldbruck

Foto: © Marion Creyaufmüller

Besonders eindrucksvoll offenbart sich die Seele des Gutes in seinen charakteristischen Backsteinfassaden

Heutige Nutzung

icon Veranstaltungen

Die Zwickelei
Veranstaltungen und Events: Live Musik, Kultur, Starkbier-Abende, Essen und Bier
icon Info kleinfon +49-8142-4219695
DERZEIT GESCHLOSSEN

icon Biergarten

Biergarten
der Olchinger Braumanufaktur
Öffnungszeiten:
Mi+Do 17-22 Uhr; Fr 15-23 Uhr, Sa 11-23 Uhr, So 11-21 Uhr;
Mo, Di + Feiertage geschlossen
icon Info kleinfon +49-8142-4219690
DERZEIT GESCHLOSSEN

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Hunde
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Gut Graßlfing im Landkreis Fürstenfeldbruck

Foto: © Marion Creyaufmüller

Das Hauptgebäude der seit 1992 unter Denkmalschutz stehenden Anlage präsentiert sich als stattlicher, zweigeschossiger Bau, der von einem mächtigen Walmdach gekrönt wird

Kontakt

Gut Graßlfing
Gut Graßlfing 1
82140 Olching
fon +49-8142-4219695
DERZEIT GESCHLOSSEN

Stadt Olching-Graßlfing • Landkreis Fürstenfeldbruck
Eigentümer: Familie Grandl